Tipps für eine gute Rede
Fesseln statt Faseln!
1. Richtig Vorbereiten!
Die richtige Vorbereitung für eine Rede ist wahrscheinlich am wichtigsten. Darum: Sobald das Thema Ihres Vortrags feststeht, sollten Sie sich gründlich vorbereiten. Wenn Sie sich ernsthaft Gedanken über die Rede machen und sie richtig aufbauen, ist Ihnen der Erfolg sicher. Steht der Inhalt Ihrer Rede fest, sollten Sie sich Notizen auf handlichen Karteikarten machen. Verwenden Sie dafür jedoch nur Stichworte, die Ihnen die ganzen Sätze in Erinnerung bringen. Ausformulierte Sätze verführen nur dazu, alles abzulesen. Die Zuhörer werden Ihnen für eine freie Rede danken. Diese muss vorher geübt werden. Hierfür sprechen Sie sich den Vortrag mehrmals laut und deutlich vor. Wenn Sie können, trainieren Sie schon mal vor kleinem Publikum wie Ihrer Familie oder einem Freund. Zur Vorbereitung gehört auch, dass sie über Ihr Publikum Bescheid wissen. Haben die Zuhörer ein gemeinsames Interesse, sollten Sie sich das unbedingt zunutze machen. Die allgemeine Aufmerksamkeit ist Ihnen dann sicher.
2. Auf den Anfang kommt es an!
Kurz vor Ihrer Rede sollten Sie einmal bewusst Ausatmen. Das hilft die Nervosität abzubauen. Sorgen Sie auch dafür, dass ein Glas Wasser in Reichweite steht. Manche Menschen bekommen vom Lampenfieber einen so trockenen Mund, dass ihnen die Zunge am Gaumen klebt. Ein Schlückchen Wasser wirkt da Wunder. Bevor Sie mit der Rede beginnen, sammeln Sie sich und stellen Sie Blickkontakt zum Publikum her. Warten Sie solange, bis alle ruhig sind. Mit den ersten Sätzen entscheidet sich schon oft, ob Sie Ihre Zuhörer für sich gewinnen können. Ganz routinierte Redner raten deshalb, die Ansprache möglichst humorvoll einzuleiten. Die Zuhörer sind erleichtert und wissen, dass sie sich nicht langweilen werden. Sie können zum Einstieg z. B. auch auf ein aktuelles sportliches Ereignis wie die letzte Fußball-WM oder auf private Erlebnisse Bezug nehmen. Damit ernten Sie sofort die Sympathie Ihres Publikums.
3. Bildhaft formulieren!
Besonders wirkungsvoll gestalten Sie Ihre Rede, wenn Sie sich plastisch und griffig ausdrücken. Formulieren Sie kurze Sätze, knappe und treffende Begriffe, anschaulich und bildhaft, damit im Kopf der Zuhörer ein Bild entsteht, das sie sich leicht merken können. Machen Sie abstrakte Begriffe und Zusammenhänge mit Bildern, einfachen Beispielen und konkreten Beschreibungen verständlich. Eine einfache, klare und dennoch treffende Sprache hilft dem Publikum, Ihnen zu folgen. Sprechen Sie nicht so, dass es überfordert ist, aber langweilen sie es auch nicht mit nichtssagenden Worten.
4. Pausen nicht vergessen!
Gerade weniger geübte Redner glauben, die Zuhörer würden jede Unterbrechung des gleichmäßigen Sprachflusses damit quittieren, dass sie ihre Aufmerksamkeit verlieren. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn Sie wenig Pausen machen und gleichförmig reden, „verlieren“ Sie ihr Publikum schneller. Deshalb: Variieren Sie das Sprechtempo und die Lautstärke und machen Sie gezielt Pausen, um Spannung beim Zuhörer zu erzeugen. Eine langsame und deutliche Aussprache erleichtert dem Publikum, das Gesagte auch wirklich aufzunehmen und zu verstehen. Ein Redner, der Pausen macht, wird von seinem Publikum als besonders kompetent empfunden. Denn diese Redeweise strahlt Ruhe, Gelassenheit und Souveränität aus.
5. Aufmerksamkeit auf sich ziehen!
Haben Sie keine Angst vor Ihrem Publikum. Schauen Sie ganz bewusst in die Gesichter, suchen Sie sich die freundlichsten aus und wenden Sie sich an diese. Sie werden schnell feststellen: Jedes Redepublikum ist grundsätzlich aufmerksam, wohlwollend und Ihnen freundlich gesonnen – so lange Sie es nicht durch Langeweile ärgern. Konzentrieren Sie sich während Ihres Vortrags auf die Situation und schweifen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit nicht ab. Gedanken wie beispielsweise „Wie komme ich eigentlich an?“ lenken nur ab. Sollte das Publikum doch plötzlich unruhig werden, weil vielleicht jemand eine witzige Bemerkung gemacht hat oder eine andere Störung eingetreten ist, die mit Ihrem Vortrag nichts zu tun hat, versuchen Sie einfach mal den Trick leiser zu sprechen. Die Zuhörer müssen sich dann wieder konzentrieren, um nichts zu verpassen. Wenn das nicht hilft, unterbrechen Sie einfach Ihren Vortrag und fragen gezielt nach dem Grund der Unaufmerksamkeit. Meistens kriegen Sie damit das Publikum sofort in den Griff.
6. Elegant abschließen!
Schon Mark Twain wusste: „Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen.“ Auch wenn die Redelänge immer von Anlass, Inhalt und Art des Vortrags abhängt, sollte Ihr Vortrag immer so kurz wie möglich und nur so lang wie nötig sein. Der Abschluss Ihrer Rede ist noch einmal von großer Bedeutung. Die Zuhörer werden sich an Ihre letzten Worte besonders erinnern und Sie können mit Ihrem abschließenden Appell das Verhalten des Publikums in Ihrem Sinne beeinflussen, aber auch die gesamte Argumentationskette wieder zerstören. Achten Sie deshalb darauf, dass der Schluss zu Ihrer übrigen Rede passt und ein inhaltlicher Zusammenhang entsteht. Stellen Sie sich dafür die Frage: „Was will ich mit meiner Rede erreichen?“ Schon im Vorfeld sollten Sie sich überlegen, welchen Aspekt das Publikum unbedingt behalten und welche Botschaft es mit nach Hause nehmen soll. Diesen Punkt formulieren Sie anschließend in einen beifallsfähigen Redeschluss, der am besten nicht nur in den Köpfen bleibt, sondern auch die Herzen erreicht.
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