Ulrike Benz

- Ulrike Benz
Ulrike Benz betreibt auf dem elterlichen Betrieb im saarländischen St. Wendel Sauenhaltung, Schweinemast und Ackerbau. In ihrer Region ist der Betrieb damit eher ein Exot, denn eigentlich prägen Milchviehhaltung und Grünland in dieser Region die Landwirtschaft. Doch Ulrike Benz liebt ihre Sauen und geht den Schritt zur selbständigen Unternehmerin ganz bewusst. Als Agraringenieurin war sie nach dem Studium zunächst im Bereich Marketing aktiv und wollte eigentlich ?nie in die Praxis?. Nach einem dreimonatigen Praktikum auf Sauenbetrieben in Kanada wurde ihr klar, dass sie doch den landwirtschaftlichen Betrieb weiter führen will.
Im Moment bleibt ihr wenig Zeit zum Durchatmen, denn die Aufstockung der Sauenhaltung von 80 auf 200 Plätze soll den Hof zukunftsfähig machen. Um den Ackerbau kümmert sich der Vater von Ulrike Benz, Sauen und Mastschweine sind ihr Bereich, die Arbeit in der Brennerei teilen sich Vater und Tochter.
Ulrike Benz:
?Als Unternehmerin brauche ich Begeisterung.?
Frau Benz, woher sind die ersten Anregungen zu BUS gekommen?
Ulrike Benz: Bei einer Delegiertenversammlung des Bauernverbandes wurde die Unternehmerschulung vorgestellt und nachdem mir ein Kollege total begeistert von seinen Erlebnissen im BUS-Kurs erzählt hat, war klar, da mache ich mit. Ich finde Weiterbildung wichtig, damit man mal wieder über den eigenen Tellerrand hinaus guckt. Ab und zu muss ich raus aus dem ?eigenen Sumpf?.
Was waren die Beweggründe für Sie, an BUS teilzunehmen?
Ulrike Benz: Mich fasziniert es, zu sehen, dass es immer noch etwas mehr gibt, als das, was ich schon erreicht habe. Schon der Vorstellungsabend von BUS hat den Spaß am Unternehmertum bei mir neu geweckt!
Welche BUS-Aussagen sind für Sie die wichtigsten?
Ulrike Benz: Mir ist klar geworden, dass man sich ruhig mal etwas quälen muss, im positiven Sinne. Denn auch wenn mancher Schritt anstrengend ist oder Überwindung kostet, so kann es doch sehr viel Spaß machen und bringt letztlich höhere Zufriedenheit. Durchhaltenkönnen und die Steine auf dem Weg akzeptieren und überwinden, das sind meiner Meinung nach wichtige unternehmerische Fähigkeiten.
Welche Stärken haben Sie entdeckt?
Ulrike Benz: Meine positive Ausstrahlung auf andere Menschen war mir vor BUS nicht bewusst. Lehrlinge auszubilden, macht mir Freude. Jedes Jahr lerne ich einen neuen Charakter kennen, auf den ich mich einstellen muss. Ich gehe gerne mit Mitarbeitern um. Ich finde es spannend, herauszufinden, was kann der Auszubildende, was muss ich ihm beibringen, wie muss ich mit dem einzelnen umgehen? Dafür habe ich ein gutes Gespür.
Was hat Ihre betriebliche Entwicklung mit BUS zu tun?
Ulrike Benz: Für mich war es spannend, langfristige Ziele zu formulieren. Wo möchte ich in zehn Jahren stehen? Wie sehr diese Überlegungen meine gegenwärtigen Entscheidungen beeinflussen, ist mir erst in BUS klar geworden. Außerdem habe ich eine neue, interessante Sichtweise gewonnen: Nicht zuerst zu fragen, was wir verändern müssen, um einen Gewinn X zu erzielen, sondern, welche persönlichen Entnahmen wollen wir haben und was ist dafür zu tun. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt der Planung und nicht das betriebliche Wachstum, sozusagen als Selbstzweck.
Was hat BUS in Ihrer persönlichen Entwicklung bewirkt?
Ulrike Benz: BUS hat mir Mut gegeben. Ich weiß jetzt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. BUS hat mich einfach motiviert für das, was ich jeden Tag tue. Mir fällt es schwer, abzuschalten. In BUS ist mir wieder klar geworden, wie wichtig auch die Phasen der Entspannung sind. Und mir ist auch bewusst geworden, welche Bedeutung es hat, Beziehungen zu klären. Ich bin eher konfliktscheu und habe mich bisher immer davor gedrückt. Nun ist mir klar, dass ich mich selber entlasten kann, wenn ich für klare Beziehungen sorge. Weiterbildung bedeutet für mich neuen Anschub. BUS hat einfach neuen Schwung in den Betrieb und in mein Leben gebracht. All diese Erkenntnisse aus BUS möchte ich mir bewahren.
Was war für Sie das Besondere an BUS?
Ulrike Benz: Das Besondere an BUS war die persönliche Atmosphäre und das große Vertrauen unter den Teilnehmern. Man lernt Seiten von den Berufskollegen kennen, die man sonst nie erfahren hätte. Jeder wusste, dass nichts aus der Gruppe herausgetragen wird. Dadurch waren alle ehrlich und offen zueinander. Für mich war auch wichtig zu sehen, dass die anderen ähnliche Probleme haben. Das weckt Sympathie und hat mir Mut gemacht.
Welche langfristigen Ziele haben Sie?
Ulrike Benz: Langfristig möchte ich vor allem die Leistung der Sauen verbessern und stabilisieren. Außerdem möchte ich eine Betriebsgröße erreichen, bei der sich eine Fremd-AK lohnt. Ja, und am liebsten würde ich meinen Vater auch ins BUS-Seminar schicken, damit er dort neue Energie tanken kann und sich an seinen Erfolgen freut.
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