Jörg Lempelius

Jörg Lempelius

Jörg Lempelius ist Gutsbesitzer mit Leib und Seele. Auf dem Familienbesitz im schleswig-holsteinischen Steinberg hat er sich Einiges einfallen lassen, um die wertvollen Gebäude zu erhalten und gleichzeitig Bauer zu bleiben.

Haupterwerbszweig auf dem Gutshof ist nach wie vor der Ackerbau. Über eine Maschinengemeinschaft kooperiert Agraringenieur Lempelius mit einem benachbarten Landwirt. Den Bereich der Schweinemast hat er durch Verpachtung des Stalls ausgelagert.

Jörg Lempelius: ?BUS hat mir die Sicherheit gegeben, dass ich auf dem richtigen Weg bin.?

Herr Lempelius: Sie waren schon vorher Unternehmer, was waren die Beweggründe, an BUS teilzunehmen?
Jörg Lempelius: Ich wollte in mich selbst investieren, mich erforschen, das heißt, mich besser kennen lernen. Unser Hof ist kein typisch landwirtschaftlicher Betrieb. Durch die verschiedenen zusätzlichen Betriebszweige brauchen wir eigenes Marketing und gute Ideen. Impulse von außen sind da ganz wichtig. Auf BUS hatte ich richtig Lust.

Wie hat sich der Betrieb bisher entwickelt?
Jörg Lempelius: Wir haben nach einer sinnvollen Nutzung der großen Gebäude gesucht. Im Herrenhaus und im alten Kutscherhaus entstanden jeweils vier Ferienwohnungen. Aus der alten Wassermühle wurde ebenfalls eine Ferienunterkunft, die besonders beliebt ist bei Familien, die Erholung auf dem Lande suchen. Für Feriengäste ist das hier bei uns ideal. Viel Platz, Ponyreiten, Ruderbootfahren, Tiere zum Anfassen. Ja, und unser Bauernhofcafé hätte ich fast vergessen. Damit bieten wir Tagesgästen die Möglichkeit, zum ?Gut Oestergaard? zu kommen. Im Café hat meine Freundin Svea die Fäden in der Hand. Selbstgebackener Kuchen und die gemütliche Einrichtung, das kommt bei den Besuchern sehr gut an. Unser jüngstes Projekt ist die ?Kulturscheune?. Dort, wo früher das Getreide lagerte, finden heute Konzerte statt.

Was hat Ihre betriebliche Entwicklung mit BUS zu tun?
Jörg Lempelius: Nun, die Idee ?Kulturscheune? hatte ich vorher schon im Kopf. In BUS konnte ich diese Idee genau strukturieren. Ergebnis ist, dass Konzerte am besten zu uns und zur Scheune passen. Auch der Pfingstmarkt, bei dem Direktvermarkter und Kunsthandwerker ihre Produkte anbieten, passt gut ins Konzept. Der ständige Meinungsaustausch mit den anderen Teilnehmern war sehr hilfreich. In der BUS-Gruppe fand ich Zuhörer, die mich konstruktiv unterstützt haben. Nach jedem Seminar war ich voller Elan und super motiviert.

Inwiefern hat BUS Ihre persönliche Entwicklung beeinflusst?
Jörg Lempelius: In der Landwirtschaft wird durch Politik und Berufskollegen immer alles schlecht gemacht. Das kann echt auf die Stimmung drücken. Bei BUS ist mir klar geworden, dass ich meine eigene Situation im Auge behalten muss, um zu schauen, wie es mir wirklich geht. Nach jedem BUS-Modul habe ich wieder gesehen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Meine alternativen Betriebszweige waren nicht ohne Risiko. Ich brauchte mentale Unterstützung. Die habe ich bei BUS bekommen.

Welche Stärken haben Sie entdeckt und wie setzen Sie diese ein?
Jörg Lempelius: Ich kann gut Ideen entwickeln, und dann die richtigen Ziele formulieren. Außerdem bin ich offen für Neues und konsequent in der Umsetzung. Meine Zielklarheit ist in BUS gewachsen. Dieses ?Dranbleiben? trotz kleiner Rückschläge halte ich für eine wichtige unternehmerische Fähigkeit. Ich habe auch gelernt, dass manche Ideen erst reifen müssen, bis es zur Umsetzung kommt.

Was hat sich in Ihrem Leben verändert?
Jörg Lempelius: Mir ist es gelungen, mich von meinem Vater zu lösen. Ich habe meine eigenen Ziele. Mittlerweile kann mein Vater meine Erfolge anerkennen, das freut mich besonders. Und ich bin zufriedener geworden, habe eine bessere Selbsteinschätzung und an Selbstbewusstsein gewonnen.Im Umgang mit Menschen nehme ich jetzt ganz andere Dinge wahr.Dadurch fällt mir die Gesprächsführung viel leichter.

Was möchten Sie in Zukunft erreichen?
Jörg Lempelius: Betrieblich möchte ich das Projekt Kulturscheune ausweiten. Vielleicht kann ich den Raum für Hochzeiten und Betriebsfeiern anbieten. Außerdem möchte ich noch eine Lösung für die zweite Scheune suchen. Auf jeden Fall will ich aber auch Landwirt bleiben und den Ackerbau ausweiten. Sie haben mehrere Teilzeitkräfte angestellt.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Jörg Lempelius: Ich habe einen sehr guten Kontakt zu ihnen. Meine Mitarbeiter haben eine völlig freie Arbeitszeiteinteilung. Sie wissen, was getan werden muss und arbeiten absolut selbstverantwortlich. Am Wochenende können sie unser Café besuchen und auch zum Programm in der Kulturscheune lade ich sie ein. Ich finde das gehört einfach dazu.

Ist rückblickend etwas von BUS geblieben, an das Sie sich gerne erinnern?
Jörg Lempelius: Schön finde ich, dass meine außergewöhnlichen Ideen mittlerweile auch auf Anerkennung und ehrliches Interesse bei meinen Berufskollegen stoßen. Das bringt mir eine Menge Unterstützung. Im Alltag muss man sich ja immer wieder selber motivieren. Dazu brauche ich neue Anreize von außen. In der BUS-Gruppe fühle ich mich positiv gefordert. Ich könnte mir gut vorstellen, eine dauerhafte Begleitung durch BUS zu haben.