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Dezember 2023

 
 
Liebe Leserinnen und Leser,

der Ausblick auf die anstehenden Weihnachtsfeiertage ist für die meisten Menschen wohltuend. Besonders, weil sich der Termin nie ändert und auch bei noch so viel Hektik und Veränderungsdruck nicht verschoben wird. Wir merken, wie wohltuend Beständigkeit ist.
Beständigkeit gibt Sicherheit.

Beständigkeit kann jedoch auch einengen. Denken wir an die Benachteiligung von Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft durch traditionelle Rollenbilder und Machtstrukturen. Nur eines von vielen Beispielen, wie eine Benachteiligung oder Ungerechtigkeit, die sich nicht ändert, dauerhaft belastet.

Mit Veränderungen verbinden wir häufig die Hoffnung auf Besserung. Wir möchten Gegebenheiten, die uns einengen, auflösen. Und mit der Lebenserfahrung können wie sogar aus der Bewältigung von herausfordernden oder negativen Veränderungen neue Stärke erlangen. Gleichzeitig: Zu viele Veränderungen auf einmal können uns überfordern. Viele Bauernfamilien können derzeit ein Lied davon singen. Und auch wir als AHA erleben mit Umzug, Baustelle und der Kürzung von Haushaltsmitteln größere Verunsicherung. Für uns hilft der Blick zurück auf 75 Jahre AHA. Die Beständigkeit des Bildungsauftrags und das Miteinander im Team geben uns Halt.

Das wünsche ich Ihnen im Namen der AHA für die Weihnachtsfeiertage: Werden Sie sich Ihres eigenen Halts bewusst und schöpfen Sie daraus Stärke für das neue Jahr.

Es grüßt Sie herzlichst,


Andreas Quiring

 
 
 

75 Jahre AHA unterwegs

In diesem Jahr feiert die Andreas Hermes Akademie ihr 75-jähriges Bestehen. Im Herbst 1948 wurde die damalige Bauernhochschule in Fredeburg im Sauerland gegründet, vom damaligen Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes Dr. Andreas Hermes. Hermes gehörte zum Widerstand während der Nazi-Zeit und sah die Notwendigkeit, dass auch in der Landwirtschaft und ihren Organisationen Menschen nicht erneut totalitären Ideologien nachlaufen. So lag vom Beginn an der Bildungsschwerpunkt auf eigenständigem Denken, dem kritischen Diskurs über gesellschaftliche Themen und der Übernahme von Verantwortung. Verantwortung für sich, die Familie, den Betrieb und die Gemeinschaft – die Landwirtschaft, die Gesellschaft als Ganzes und die weltweite Gemeinschaft. Eine Aufgabe, die auch heute noch höchstrelevant ist.
 
 


 
 
 

Abschluss des Women Farmers‘ Leadership Program: herzliche Atmosphäre und viel Inspiration beim Workshop in Deutschland

Das Women Farmers‘ Leadership Program der panafrikanischen Bauernorganisation PAFO möchte Frauen für Verbands-Führungspositionen vorbereiten. Die Teilnehmerinnen des Programms kommen aus Deutschland und zwölf afrikanischen Staaten. Nach dem Auftakt in Kigali, im Mai diesen Jahres und einer Online-Lernphase stand im Herbst zum Abschluss ein einwöchiger Workshop in Deutschland auf dem Programm. Am 9. September landeten 15 Frauen aus der afrikanischen Landwirtschaft in Frankfurt und wurden von den deutschen Teilnehmerinnen schon erwartet. Es folgten intensive, spannende und herzliche Tage, u. a. mit Besuch beim hessischen Bauernverband, dem hessischen LandFrauenverband und einer Exkursion zu hessischen Bauernhöfen. Die Ergebnisse des Programms: wertvolle Praxisanstöße zur landwirtschaftlichen Verbandsarbeit, das Teilnahme-Zertifikat, neue Verbindungen sowie die Freude, dabei gewesen zu sein. Die nächste Runde mit neuen Teilnehmerinnen wird schon vorbereitet. AHA und der dlv werden auch im nächsten Jahr partnerschaftlich mit PAFO das Programm durchführen.
 
 


 
 
 

Kann man Demokratie lernen?

Man muss es sogar, denn bei der Demokratie ist jede und jeder Einzelne gefragt. Die AHA koordiniert vor diesem Hintergrund das Projekt „Abgehängt? Eingeholt! Jung, ländlich & vielfältig“ des Verbands der Bildungszentren im Ländlichen Raum und engagiert sich mit einer eigenen Reihe: „How to Do? – Methoden der Demokratiebildung“. Respekt Coaches und Aktive in der Demokratiebildung mit und ohne Migrationshintergrund kamen dazu in der Heimvolkshochschule am Seddiner See zusammen. Eigene Interessen erkennen können, die Kompetenzen aufbauen, diese politisch zu vertreten, aber auch die Entstehung von Radikalisierung und Extremismus – diese und mehr Themen wurden intensiv behandelt. Auf der Basis ging es in die Praxis: Mit welchen Methoden können Respekt Coaches zum Beispiel für Diskriminierung sensibilisieren und fördern, dass Menschen sich über gesellschaftliche Fragen austauschen? Spannende Hintergründe zu diesen wichtigen Themen der Demokratiebildung gibt es auf unserer Website.
 
 


 
 
 

Hallo Uganda – wie laufen unsere Projekte?

Die Akademie ist auf dem afrikanischen Kontinent in vielfältigen Projekten engagiert, insbesondere um bäuerliche Organisationen zu stärken. Das Prinzip: „AHA moderiert, trainiert und coacht, aber die Partner sagen wo’s lang geht!“. Die AHA behält dabei im Auge, wie die Projekte für beide Seiten laufen, ob die Ergebnisse stimmen, wo Anpassungsbedarf besteht. Zum Beispiel mit unserer jüngsten Reise zur Projektverlaufsanalyse in mehreren Ländern. Die letzte Station für die Vertreter:innen von AHA, GIZ und die externen Experten war Uganda. Welche Eindrücke vermittelt eine Projektverlaufsanalyse vor Ort? Der bunte Erlebnisbericht aus allererster AHA-Hand nimmt uns mit auf eine wilde Tour mit „Espresso, Sümpfen und Tänzen“.
 
 


 
 
 

Wie man mit Avocado-Öl einen Ideenwettbewerb gewinnt

600 tansanische b|u|s Absolventinnen und Absolventen gibt es schon, und dass, obwohl das Programm in Tansania erst seit 2019 läuft. Alljährlich mit einem Highlight: dem b|u|s Award für die besten unternehmerischen Ideen. Oft stehen lokale gesellschaftliche Themen wie Ernährungssicherung oder das Reduzieren von Lebensmittelverschwendung dabei im Fokus. In Arusha stellten auch in diesem Jahr 10 vorausgewählte Finalistinnen und Finalisten ihre Unternehmensideen vor. Siegerin in einem engen Finish wurde Catherine Paul mit ihrem Konzept eines Avocado-Pflege-Öls, das Nachernteverluste reduziert. Der b|u|s Award gibt ihr – wie auch vier weiteren Absolventinnen und Absolventen der ersten Plätze – nun wichtige finanzielle Mittel für die Umsetzung.
 
 


 
 
 

Mit-Prosumierer:innen gesucht: Einladung zum Zukunftsforum Ländliche Entwicklung am 24. Januar in Berlin

Prosumieren – was ist das denn?! Das Produzieren wie Konsumieren von ökonomischen und ideellen Werten durch dieselbe Person. Wenn es um ideelle Werte geht, sind wir in dem Sinn alle Prosumentinnen und Prosumenten: Wir leben nach Werten und wir gestalten sie mit. Wie ist das speziell in den ländlichen Räumen – welche ökonomischen und ideellen Werte sind das, wer prägt sie, welche Bedeutung haben sie für die ländliche Entwicklung? Das sind nur einige Fragen, die wir uns mit den Teilnehmenden am Fachforum 10, 4. Januar 2024 um 16:30, im City Cube Berlin stellen möchten. Live-Impulse geben spannende Initiativen wie das „wir-dorf“ oder „Active Citizens“. Erlebt und gestaltet mit und meldet euch zum Zukunftsforum an.
 
 


 
 
 

„Unbeschreiblich, wertvoll, beeindruckend“ – Lust auf solche Erfahrungen in Afrika? Bis 31.12. bewerben!

Maren Jasper-Bruns ist von ihren drei Monaten „Arbeiten und Leben“ in Uganda noch richtig beseelt. Die Agrarwissenschaftlerin und Junglandwirtin hat am Internationalen Young Farmers‘ Exchange Program (IYFEP) teilgenommen – insgesamt 17 Teilnehmende aus Deutschland und Uganda haben als Praktikantinnen und Praktikanten im jeweils anderen Land wichtige fachliche und persönliche Eindrücke gesammelt. Maren Jasper-Bruns lebte und arbeitete auf der Busaino Fruits und Herbs Farm im Südosten Ugandas. Die Handarbeit auf dem Feld, das Kühemelken von Hand, die Kontaktfreude und die Gelassenheit der Menschen haben sie sehr beeindruckt. Klingt spannend? Das IYFEP unter dem Dach der Schorlemer Stiftung des DBV geht in die nächste Runde! Interessierte junge Menschen aus Agrar- und Landwirtschaft können sich für 2024 bewerben – Stichtag ist der 31. Dezember, schnell sein lohnt sich also. Infos gibt es direkt bei Johannes Leberer, Telefon 0 30 / 31 904 312.
 
 


 
 
 

b|u|s Erfolgsstorys – „Jetzt macht mir der Betrieb deutlich mehr Spaß“

Vor 11 Jahren hat Tobias Roeren-Wiemers den elterlichen Schweinemast- und Ackerbaubetrieb übernommen. b|u|s hat ihm wichtige Impulse für Neuausrichtungen gegeben, die ihm mehr entsprechen. „Durch mein Wissen um meine Stärken und Schwächen kann ich mich viel besser fokusseren“, sagt der Landwirt. Begleitet von b|u|s, schaut er immer wieder über den Tellerrand und spielt seine Stärken in der Projektentwicklung aus. Statt auf Schweinen liegt sein Fokus nun unter anderem auf erneuerbaren Energien und Ackerbau. Von Blumen über Haselnuss- und Apfelbäume bis zu Honigbienen reichen die weiteren Betriebszweige. Die Breite und Tiefe der b|u|s Themen, der Austausch mit anderen bus’lern, hilfreiche Methoden zum Beispiel zur Persönlichkeitseinschätzung – in seiner Erfolgsstory erzählt Tobias Roeren-Wiemers, warum er b|u|s allen Betriebsleiter:innen empfiehlt, die langfristigen Erfolg in der Landwirtschaft anstreben.
 
 


 
 
 

AHA Podcast: LandAussichten

Von Leerstand, neuen Wohn- und Arbeitsorten sowie kreativen Ideen spricht Julia Paaß, Mitinitiatorin des Netzwerk Zukunftsorte, in unserer Novemberfolge. Dabei ging es unter anderem um die Frage, welche Herausforderungen im Gründungsprozess auftreten, wie eine Integration der Projektgruppen in die Dorfgemeinschaften gelingen kann und welche Rolle Zukunftsorte in der Zukunft der ländlichen Räume spielen. Im Dezember widmen wir uns mit unserer Kollegin Franziska Holze dem Thema Rechtsextremismus. Am Beispiel der Völkischen Siedler erklärt uns Franziska mit welchen Strategien menschenfeindliches Gedankengut in ländlichen Räumen verbreitet wird und welche Ideologien dahinterstehen. Darauf aufbauend werden wir im Januar über Gegenstrategien aus der Zivilgesellschaft sprechen.

Einmal im Monat erscheint dazu eine neue Folge auf allen gängigen Plattformen (z. B. Apple Podcasts, Spotify sowie auf unserem YouTube-Kanal).
 
 


 
 
 

#Echtzeiteinblicke: Wie Unternehmerinnen ihre Resilienz stärken können

Landwirtin, Unternehmerin, Ehefrau, Mutter, Ehrenamtlerin, das sind nur einige der Rollen, die viele Frauen in der Landwirtschaft in sich vereinen. Kein Wunder, das seelische und körperliche Überlastung verbreitet sind. Innere Stärke und Resilienz – als Fähigkeit, flexibel zur reagieren und schwierige Lebenssituation meistern zu können – waren deshalb genau die richtigen Themen für das 40. Unternehmerinnen-Fachgespräch der AHA. Selbstfürsorge, Glaubenssätze, Selbstverantwortung, Veränderung, Wertschätzung: Diese Schlagworte vermitteln einen ersten Eindruck von dem tiefgehenden Spektrum, in dem die Teilnehmerinnen in drei intensiven Tagen ganz praktisch ihre Fähigkeit zur Resilienz gestärkt haben. Wie das gelingt, erfahren Sie im sehr lesenswerten #Echtzeiteinblick der AHA-Trainerin Barbara Pichler sowie AHA-Projektkoordinatorin Alexandra Widiger.
 
 


 
 
 

Schon gewusst, dass

… in den Leerstand-Spaziergängen des Netzwerk Zukunftsorte leerstehende Villen, Schwimmbäder oder Ladenzeilen die Hauptattraktion sind?

Bei den Spaziergängen handelt es sich um geführte Touren, in denen Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung oder private Eigentümer:innen gemeinsam mit interessierten Gruppen, die auf der Suche nach Flächen oder Gebäuden für eigene Projekte sind, leerstehende Gebäude besuchen. Der Spaziergang bietet dabei die Möglichkeit, Ideen zu diskutieren und ins Gespräch zu kommen.
 
 

 
 

Aus unserem Programm

 
 

Starke Unternehmen brauchen starke Führungskräfte – Mein Betrieb ist nur so stark wie ich

29./30. Januar 2024
Nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Chancen sehen – erfahren Sie in diesem Beitrag, was eine starke Führungskraft ausmacht und wie Sie sich und Ihr Unternehmen in schwierigen Situationen stärken können.
 
 

Erfolgreiches Verkaufen in landwirtschaftlichen Märkten

15./16. Februar 2024
Mit diesem Training führen Sie zukünftig erfolgreiche Verhandlungen, um die für Sie besten Konditionen rauszuholen. Denn wer gute Verhandlungen führen möchte, sollte strategisch vorgehen.
 
 

Deine Ziele erreichen – Persönlichkeitstraining für junge Menschen

16./17. Februar 2024
Für Berufseinsteigende, Studierende und Schüler:innen – für ein selbstbewusstes Auftreten und mit ganzen vielen Tipps und Methoden zur Kommunikation. Wir üben dabei an Euren Themen aus Berufsleben, Schule oder Studium.
 
 

Arbeitsrecht in der Praxis

27./28. Februar 2024
Mit diesem Training erhalten Sie einen kompakten Überblick in das System des Arbeitsrechts. Sie lernen wichtige „Basics“, um arbeitsrechtliche Zusammenhänge besser zu verstehen, und erhalten einen vertieften Einblick in Rechte und Pflichten von Arbeitnehmenden und Arbeitgebern bei Einstellung, Abschluss von Arbeitsverträgen, Durchführung und Beendigung von Arbeitsverhältnissen.
 
 

Starke Frauen im Beruf – starkes Unternehmen (Präsenz)

25./26. April 2024
Erfolgreich in jeder Businesssituation – mit diesem Training reflektieren Sie Ihre persönlichen Stärken und Erfolgskompetenzen und trainieren Methoden zu souveränem Auftritt und sicherer Kommunikation. Das Training bietet zudem eine Plattform für Austausch unter Frauen aus unterschiedlichen Aufgabenbereichen und Regionen.
 
 
 
 
 

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Die Landwirtschaftliche Rentenbank ist die deutsche Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum. Sie hält vielfältige Förderangebote und Informationen für Sie bereit.