GFFA und Grüne Woche 2026: Bühne frei für junge Agrarunternehmer:innen

von Christoph Bracher

Auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) bauten wir auch dieses Jahr als AHA wieder Brücken zwischen organisierter Landwirtschaft und Agrarunternehmer:innen weltweit und deutschen Akteuren. Und wir zeigten, wie Weiterbildung, Coaching und starke Partnerschaften aus Ideen Wirkung machen. Dies machten wir eindrucksvoll erlebbar durch die Präsenz von sieben jungen Agrarunternehmer:innen aus Afrika, die wir dieses Jahr ins Zentrum stellten. So wurde am AHA-Stand, in Panels und auf Bühnen sicht- und erlebbar gemacht, wie sie lokale Herausforderungen in tragfähige Wertschöpfung übersetzen und Arbeitsplätze schaffen.

Das Young Leaders Incubation Programme als Katalysator für Persönlichkeitsentwicklung und Unternehmertum der nächsten Führungsgeneration

Möglich wird das auch durch das Young Leaders Incubation Programme (YLIP) der AHA: ein Talent-Accelerator, der die Teilnehmenden als Unternehmer:innen und als Persönlichkeiten stärkt. Denn YLIP kombiniert Deep-Dive-Trainings in (Selbst-)Führung, Kommunikation und unternehmerischem Denken mit intensivem Coaching, um eine nächste Generation von Unternehmerinnen und Führungspersönlichkeiten zu stärken. Genau das war bei den Agrarunternehmer:innen als YLIP-Alumni spürbar: klare Kommunikation, reflektierte Haltung und unternehmerisches Denken, das nicht bei der Idee stehen bleibt. YLIP hat seine Wurzeln im legendären TOP Kurs der AHA. Da versteht es sich von selbst, dass die YLIP-Alumni auch mit den Teilnehmer:innen des laufenden 51. TOP Kurs in intensiven Austausch gebracht wurden, um gemeinsam Perspektiven zu erweitern.

Lösungen, die tragen: Sieben Geschäftsmodelle für sieben lokale Herausforderungen

Ein gemeinsamer Nenner zog sich durch alle Aktivitäten: Wasser als Fokusthema des diesjährigen GFFA wird nicht nur mitgedacht, sondern stellt einen betrieblichen Erfolgsfaktor dar. Beispiele sind etwa vertikale Hydroponik mit Regenwasserrückhalt, Speichertanks, Kreislaufsystemen und Fertigation in Südafrika; ebenfalls in Südafrika ein geschlossenes, solarbetriebenes Aquaponikmodell, das Fisch- und Gemüseproduktion im Kreislauf verbindet und Insektenzucht für Fischfutter integriert; wassereffizienter Reis- und Ingweranbau mit über 500 Bäuerinnen im Vertragsanbau in Nigeria; oder Milchviehhaltung mit ergänzender hydroponischer Futterproduktion und tragbaren und kostengünstigen Mini-Biogasanlagen für die einzelnen Betriebe in Äthiopien.

Eine starke Bestätigung für die Qualität, die YLIP hervorbringt, war weiter, dass vier der jungen Agrarunternehmer:innen zugleich für das Junglandwirteforum nominiert waren. Dort arbeiteten sie an einer gemeinsamen Erklärung von 20 Junglandwirtinnen und -Landwirten aus aller Welt mit, die anschließend der Agrarministerkonferenz mit über 60 Landwirtschaftsminister:innen übergeben wurde. So wird auch eine Brücke geschlagen zwischen lokalen Aktivitäten und globalen Politikrahmen.

Die Pan-African Farmers’ Organization: Fünf Regionen, eine gemeinsame Mission

Ebenfalls in Berlin präsent waren die Präsident:innen der fünf Regionalverbände unter dem Dach der Pan-African Farmers’ Organization (PAFO) – und damit gebündelt die Stimmen von Millionen afrikanischen Landwirtinnen und Landwirten. Und sie sorgten dafür, dass diese Stimmen gehört wurden – in vertieften Gesprächen mit Ministeriumsvertreter:innen, auf High-Level-Panels oder einem Networking-Event zum „Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft“.

Was bleibt – und was als Nächstes zählt

Diese Woche war zugleich ein Realitätscheck: Die nächste Generation liefert längst und packt Herausforderungen an. Die AHA unterstützt sie genau dort, wo die größten Hebel ansetzen: Bei der Persönlichkeit, Selbstverantwortung und unternehmerischen Haltung von jungen Unternehmer:innen – und stärkt sie gezielt und individuell dafür, ihre Wirkung in Zukunft noch weiter tragen zu können.

Der Autor

Christoph Bracher

Programm Manager international

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