Breites Themenspektrum für Frauen weltweit – Frauen in der Region
Aber was bedeutet nun das Jahr der Frauen in der Landwirtschaft für die Zielgruppe Frauen konkret und was hat Weiterbildung damit zu tun? Versuchen wir mal Schritt für Schritt das so komplexe Themenfeld zu beleuchten: Im UN-Kontext organisiert werden soll das Jahr der Frauen in der Landwirtschaft durch die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations – Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen), jeweils in Zusammenarbeit mit anderen UN-Agenturen. Aufgaben der FAO sind, eine Welt ohne Hunger zu schaffen – durch bessere Ernährung, nachhaltigere Landwirtschaft und internationale Zusammenarbeit.
Auch das zeigt, wie breit das Thema Frauen in der Landwirtschaft angelegt ist. So vielfältig das Verständnis, so vielfältig wie die Aufgaben, die Frauen wuppen, so vielfältig sind die Bedarfe und Ausgangssituation der Frauen, auf die das UN-Jahr zielt. Letztlich vereinend ist, das UN-Jahr der Frauen in der Landwirtschaft stellt die Frauen in den Mittelpunkt. Damit verbunden ist Empowerment der Frauen. Auch hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Wortwahl. Oftmals wird Sichtbarkeit und Wertschätzung mit Stärkung der Frauen synonym verwendet.
Diese Stärkung der Frauen ist ein wesentlicher erster Schritt, damit Frauen sich so souverän wie möglich aufstellen und ihre Leistung selbstbewusst vertreten können. Und das ist der Beitrag, den Aus- und Weiterbildung, Coaching und Vernetzung leisten kann, den wir als Auftrag der Bildungsanbieter verstehen. Dazu zählt natürlich eine fundierte Ausbildung. Und dazu zählen persönliche, soziale, unternehmerische und Vernetzungs-Kompetenzen, sowie Wissen und Können zu politischer Mitwirkung.
Dies spiegelt den Bedarf wider, den wir global und regional sehen, um strukturelle Barrieren abzubauen und Frauen global und regional zu stärken. Was letztlich jede Frau daraus macht, bleibt ihr überlassen. ABER: Jede Frau sollte den Zugang zu solchen Qualifizierungsmöglichkeiten haben, jede Frau sollte ihre Lebens- und Alltags-Entscheidung selbst treffen und sie vor allem auch ungehindert umsetzen können.
Um diese Möglichkeiten auch tatsächlich zu nutzen, braucht es Angebote, die auf die Bedürfnisse der Frauen zugeschnitten sind. Unsere Weiterbildungs- und Coaching-Programme oder unser Unternehmerinnen-Fachgespräch bieten genau diese Chance – für mehr Sichtbarkeit, Selbstbewusstsein und Handlungsspielraum im Alltag, im Beruf und im Ehrenamt.
Und wer noch mehr lesen möchte, hier mal ein paar Zahlen:
Frauen in Agrar-/Forstwirtschaft und Gartenbau sind eine besonders vulnerable Gruppe in der Branche. Die 2023 veröffentlichte Studie veranschaulicht einen deutlich Gender Gap bei den Betriebsleitungen und Hofnachfolgen. Frauen sind danach unter anderem: Unternehmerin (11 %), Familienmanagerin, Verantwortliche für gesellschaftliche Vernetzung, arbeiten im Betrieb (83 %) haben eigene berufliche Standbeine im Betrieb (52 %) und arbeiten in außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten (knapp 40 %). Sie sind als Co-Betriebsleiterin oftmals verantwortlich für die bürokratischen Anforderungen (62 % der befragten Frauen) und „Puffer“ für vielfältige anfallende Aufgaben. Die Diskrepanz zwischen Verantwortung auf der einen und langfristiger finanzieller Absicherung auf der anderen Seite ist hingegen groß: 72 % der hier befragten Frauen gaben an, dass sie in den Betrieben strategisch-unternehmerischen Einfluss haben, Gleichzeitig waren zum Zeitpunkt der Erhebung (2020) 11 % der Frauen Betriebsinhaberinnen und 18 % in der Phase der Betriebsübernahme. Quelle: Frauen.Leben.Landwirtschaft – Die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft*