Internationale Perspektiven für ländliche Räume – Digitale Impulse 2026

von Annelie Knust

Was passiert, wenn große Energieinfrastruktur auf dörfliche Räume trifft? Und wie verändern sich ländliche Gemeinden, wenn Bevölkerung altert, junge Menschen abwandern und soziale Treffpunkte verschwinden? Antworten auf diese Fragen liefern zwei sehr unterschiedliche Länder – Indien und Japan – und genau dort setzt unsere Digitale Impulsreihe 2026 an.

Internationale Perspektiven für ländliche Räume – Digitale Impulsreihe 2026: Jetzt kostenlos anmelden!

In manchen Regionen entstehen neue Landschaften aus Solar- und Windparks. In anderen werden Dörfer stiller, Häuser leerer und Wege länger, weil immer weniger Menschen dort leben. Ländliche Räume verändern sich – aber auf sehr unterschiedliche Weise.

In Indien zeigt sich dieser Wandel besonders deutlich: große Flächen werden zu Energiezonen, in denen Solar- und Windkraft neue Perspektiven schaffen, aber auch neue Konflikte auslösen. Wer nutzt das Land? Wer profitiert? Und wie verändert sich das Leben vor Ort, wenn Energieinfrastruktur zum prägenden Faktor wird?

In Japan dagegen verläuft der Wandel weniger über neue Infrastruktur als über den Rückzug: eine alternde Gesellschaft, Abwanderung in Städte und ein wachsender Bestand leerstehender Häuser prägen viele ländliche Regionen. Zwei Länder, zwei sehr unterschiedliche Dynamiken – und doch steht dahinter eine gemeinsame Frage: Wie können ländliche Räume unter diesen Bedingungen wirtschaftlich, sozial und räumlich zukunftsfähig bleiben?

Genau diese Perspektiven greift die Digitale Impulsreihe „Internationale Perspektiven für ländliche Räume“ 2026 auf und verbindet internationale Perspektiven mit Entwicklungen und Herausforderungen in Deutschland.

Übersicht Fachdialoge

2. Fachdialog

Do., 27.08.2026, 14:00 – 15:30 Uhr
Ausbau großflächiger erneuerbarer Energien in ländlichen Gebieten: Herausforderungen und Chancen für die regionale Entwicklung in Deutschland und Indien
Referentin: Prof. Dr.-Ing.habil. Manisha Jain, Fachhochschule Erfurt

In Indien werden ländliche Räume zunehmend zu zentralen Standorten der Energiewende. Großflächige Solar- und Windparks verändern Landschaften und führen zu neuen Nutzungskonflikten zwischen Landwirtschaft, Energieproduktion und regionaler Entwicklung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie diese Spannungen sozial ausgewogen gestaltet werden können. Diskutiert werden soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten, Chancen für lokale Akteur:innen – etwa durch Agrivoltaik – sowie die Rolle raumplanerischer Instrumente. Der Blick nach Indien verdeutlicht, wie eng Energiepolitik und ländliche Entwicklung miteinander verbunden sind und welche Herausforderungen mit dieser Transformation einhergehen.

3. Fachdialog

Do., 19.11.2026, 10:30 – 12:00 Uhr
Dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel in ländlichen Räumen mit kommunikativen Orten begegnen: Erfolgsgeschichten und Herausforderungen aus Japan
Referent: Dr. Sebastian Polak-Rottmann, Deutsches Institut für Japanstudien (Tokyo)

Japan zeigt eine andere Seite des ländlichen Wandels: Abwanderung, Überalterung und Leerstand prägen viele ländliche Regionen. Rund 9 Millionen leerstehende Wohnungen (ca. 13–14 % des Bestands) sind Ausdruck eines tiefgreifenden demografischen Wandels, der vielerorts auch soziale Strukturen unter Druck setzt. Im Mittelpunkt stehen sogenannte „kommunikative Orte“, die Begegnung ermöglichen und den Zusammenhalt in schrumpfenden Gemeinden stärken sollen. Diskutiert wird, wie lokale Gemeinschaften mit Entvölkerung und Alterung umgehen, welche Faktoren zum Gelingen solcher Orte beitragen und welche Impulse sich daraus für andere Regionen ableiten lassen. Der Blick nach Japan eröffnet damit neue Perspektiven auf die Zukunft sozialer Infrastruktur in ländlichen Räumen.

Anmeldung

Die Fachdialoge dauern jeweils 90 Minuten und finden digital über Microsoft-Teams statt. Verbindlich anmelden können Sie sich über Eveeno. Mit der Anmeldung erhalten Sie auch die Einwahldaten zum jeweiligen Fachdialog.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen regen Austausch!

Die Autorin

Annelie Knust

Referentin Entwicklung Ländlicher Räume

Service

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