Schon gewusst, dass

von Marieke Behrens

… die ländlichen Gemeinden im Durchschnitt mehr Zuwanderung haben als die Großstädte? Das zeigt anschaulich die Studie „Landlust neu vermessen“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.
Symbolbild Landschaft
Symbolbild (Photo by Sveta Fedarava on Unsplash)

Die Autorinnen und Autoren analysierten die Wanderungsstatistiken der statistischen Ämter von 2008 bis 2020 auf Gemeindeebene. Vor allem der Vergleich zwischen 2008-2010 und 2018-2020 zeigt deutlich: ländliche Gemeinden sowie Kleinstädte sind die klaren Gewinner. Knapp zwei Drittel verzeichnen Wanderungsgewinne, das heißt, dass mehr Menschen hinziehen statt fortgehen. Die Großstädte hingegen würden ohne Zuwanderung aus dem Ausland im Schnitt sogar Wanderungsverluste erleiden, so die Studie.

Vor allem junge Familien zieht es vermehrt aufs Land, selbst in die dünn besiedelten Gebieten. Doch seit neustem deutet sich auch eine Kehrtwende bei den mobilen Berufswanderinnen und -wanderern an. Nach wie vor locken die Großstädte zwar noch immer mit dem größten Angebot an Berufseinstiegen. Doch die Abwanderung junger Berufseinsteigerinnen und -einsteiger aus ländlichen Gebieten ist im Vergleich zu noch vor zehn Jahren deutlich gebremst. Zwar maßt sich die Studie keine Kausalitätszusammenhänge an. Die Digitalisierung und die sich in der Folge verändernde Arbeitswelt tragen aber sicherlich ihren Teil dazu bei. So zeigt sich wieder mal, dass eine schnelle Datenleitung für das ländliche Homeoffice unverzichtbar bar ist! Denn nur so können die Landliebenden dazu beitragen, mit neuen Wohn- und Arbeitskonzepten das Landleben neu zu erfinden und zu bewahren.

Apropos: Die neu entdeckte Landlust gab es auch schon vor der Pandemie, wie die Statistiken belegen. „Die Corona-Pandemie hat die neue Sehnsucht nach einem Leben auf dem Land nicht verursacht, sie scheint dieser aber einen kräftigen Schub verpasst zu haben“, so die Autorinnen und Autoren.

Dennoch muss eins gesagt sein: Unterm Strich schrumpft de Großteil der ländlichen Gemeinden weiterhin. Grund dafür ist, dass die Wanderungsgewinne vielerorts nicht ausreichen, um die natürliche Bevölkerungsentwicklung – also die Differenz aus Geburten und Sterbefällen –auszugleichen.

Welche Regionen besonders gewinnen, wo welche Altersgruppe hinzieht, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und was die neue Landlust für die länglichen Gemeinden bedeutet, all das kann man hier nachlesen.

Die Autorin

Marieke Behrens

Referentin Entwicklung ländliche Räume

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