Wissen modern: Bauernverbände in Afrika führen eine Video-Bibliothek ein

von Philipp Conze-Roos

Als besondere Dienstleistung bieten einige Partner der AHA in Kenia und Uganda eine Video-Bibliothek auf ihren Webseiten an, mit der sich Landwirt:innen über gute landwirtschaftliche Praktiken informieren können. Dabei greifen sie auf Material anderer Webseiten zu und katalogisieren dies in mehreren Sprachen mit zusätzlichen Informationen. Die Videos bleiben am Originalplatz und werden über Verlinkung aufgerufen. So werden interessante Inhalte für die Nutzer zentral durch Bauernorganisationen zugänglich gemacht.
Screenshot der Video Library von KENAFF
Screenshot der Video Library von KENAFF

„Mit diesem neuen Angebot werden wir in Kenia noch bekannter und attraktiver für Landwirte und Landwirtinnen in unserem Land. Über das USSD-System, über welches wir schon über 100.000 Farmer registriert haben, können wir die KEAFF Video Library bekannt machen. Dies unterstützt die Sichtbarkeit von KENAFF und erhöht seine Attraktivität für Farmer im ganzen Land. Die dort verfügbaren Inhalte werden unseren Farmern helfen, effektiver zu produzieren und dadurch wettbewerbsfähiger zu sein. Für die Farmer und ihre Familien führt dies zu einer besseren Lebensqualität.“

Dr. Mwendah M’Mailutha, Geschäftsführer von KENAFF


Die Corona Pandemie hat zu vielen Veränderungen geführt, auch für die internationale Arbeit der Andreas Hermes Akademie (AHA). Reisen wurden nicht mehr möglich, und vieles verlagerte sich in die digitale Welt. Es wurde deutlich, dass auch hier noch viele Potenziale entwickelt und genutzt werden können. Auch unsere Partner, Bauernorganisationen in Afrika und Indien, erleben und nutzen diesen Wandel. Wenn Berater nicht mehr zu den Betrieben gehen können, wie kommt dann das notwendige Wissen über Produktionsmethoden zu den Farmern? Daraus haben wir die Idee einer Internet-basierten Video-Bibliothek für Landwirt:innen in afrikanischen Ländern entwickelt.

Gemeinsam mit unseren Partnern KENAFF, dem nationalen Bauernverband von Kenia, und UNYFA, dem nationalen Jungbauernverband von Uganda hat die AHA eine Datenbank aufgebaut mit Verlinkung zu professionellen Informationsvideos für Bäuerinnen und Bauern in ihren Ländern. Diese werden auf einer für die jeweilige Organisation zugeschnittenen Webseite öffentlich angeboten. Unsere Partner haben das Internet durchsucht und dabei eine lange Liste interessanter Videos zusammengestellt, die nun aufgearbeitet werden. Die ersten 200 Videos sind bereits vorbereitet. Anders als bei Youtube gibt es zu jedem Video eine Zusammenfassung und eine Sequenzierung. Letztere erlaubt es dem Nutzer, an bestimmte Stellen des Videos zu springen und so Zeit und Datenvolumen einzusparen. Zudem sollen die Informationen auch ohne das Video selbst hilfreich sein. Über Kategorisierung, Schlagwort- und Volltextsuche sind alle Videos und Textinhalte schnell zu finden.

Hat man ein interessantes Video identifiziert, führt ein Link zur originalen Webseite, von der aus es dann gestreamt wird. Nutzer haben zudem die Möglichkeit, Kommentare und detaillierte Reviews beizusteuern, und anderen Nutzern durch eine Bewertung anzuzeigen, was besonders interessant ist. Wichtig für die Nutzung im afrikanischen Kontext: Webseite und Textinhalte sind pro Organisation in bis zu vier Sprachen verfügbar, wodurch auch die meist auf Englisch oder Französisch produzierten Videos zugänglich werden für die ländliche Bevölkerung.

Der Autor

Philipp Conze-Roos

stellv. Geschäftsleiter

Screenshot der Video Library von KENAFF

Zurzeit liegt der Fokus auf produktionsorientierten Videos, von Tipps zum manuellen Kuhmelken über Vermeidung von Insektenbefall bei Kassava hin zu erfolgreicher Lagerung von Kartoffeln. Für 2021 ist das Ziel, bis zu 1.000 Videos zu katalogisieren. In Kenia und Uganda sitzen dazu Teams von Redakteuren an der Aufarbeitung, noch mit Unterstützung aus Deutschland. Langfristig ist vorgesehen, dies vollständig in die Hände der Partner zu übergeben und weitere Länder zuzuschalten, denn die Datenbank im Hintergrund ist die gleiche.

Das Internet ist eine große Quelle, doch sind Videos of nicht gut auffindbar. Durch diesen Service bäuerlicher Organisationen entsteht ein direkter Vorteil für ihre Mitglieder – und solchen, die es noch werden können, denn die Bibliothek ist offen zugänglich.

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