Schon gewusst, dass...

von Annelie Knust

… kleine Kioske in Thüringen Gesundheit mitten ins Dorf bringen?

Eröffnung des Gesundheitskiosk in Blankenburg, ein Projekt der Stiftung Landleben und der Internationale Bauausstellung Thüringen IBA (© Stiftung Baukultur Thüringen/IBA Thüringen, Foto Thomas Müller)
Eröffnung des Gesundheitskiosk in Blankenburg, ein Projekt der Stiftung Landleben und der Internationale Bauausstellung Thüringen IBA (© Stiftung Baukultur Thüringen/IBA Thüringen, Foto Thomas Müller)

In Thüringen stehen diese kleinen Gesundheitskioske an zentralen Bushaltestellen, mitten im Dorf. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, ist Teil einer modernen Daseinsvorsorge: Beratung, Begegnung und digitale Angebote werden dort gebündelt, wo Menschen ohnehin unterwegs sind. In Orten wie Urleben, Blankenburg, Kirchheilingen, Bruchstedt oder Sundhausen ergänzen die Kioske die bestehende Gesundheitsversorgung auf ganz neue Weise.

Die Kioske sind bewusst niedrigschwellig gestaltet. Sie ersetzen keine Arztpraxen, sondern helfen den Menschen, sich im Gesundheits- und Sozialsystem zurechtzufinden. Auf kompakter Fläche können Besucher:innen Informationen zu Vorsorge, Pflege oder regionalen Unterstützungsangeboten abrufen und werden bei Bedarf an die passenden Stellen vermittelt. Gleichzeitig dienen die Kioske als Treffpunkt – ein Ort, an dem Begegnung und Austausch möglich sind.

Entwickelt wurde das Konzept im Rahmen der Internationalen Bauausstellung, kurz IBA, Thüringen. In Gesprächen mit Gemeinden und lokalen Akteurinnen und Akteuren zeigte sich, dass lange Wege, eingeschränkte Mobilität und fehlende Ansprechpartner:innen den Zugang zur medizinischen Versorgung erschweren. Die Kioske greifen diese Herausforderungen auf und zeigen, wie Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum neu gedacht werden kann.

Ein besonderes Element bildet das neue Landzentrum: Es bündelt digitale Angebote, Telemedizin und zusätzliche Dienstleistungen für die Region. So können ärztliche Gespräche per Video stattfinden, Beratung und Unterstützung werden zentral organisiert, und die Kioske vor Ort sind als Satelliten Teil dieses Netzwerks.

Doch Gesundheitsversorgung ist nicht alles. Die Kioske erfüllen auch eine soziale Funktion: Sie schaffen Treffpunkte, fördern Begegnung und wirken Vereinsamung entgegen. Teilweise sind sie zudem mit Ladeinfrastruktur für E-Bikes oder E-Autos ausgestattet und unterstützen so die Mobilität im Dorf. Errichtet in nachhaltiger Holzbauweise verbinden sie funktionale Anforderungen mit architektonischer Qualität.

Betrieben werden die Gesundheitskioske von der Gesundes Landleben GmbH, einer Kooperation der Stiftung Landleben mit weiteren Partner:innen. Das Projekt wird öffentlich gefördert und erprobt neue Wege, Gesundheitsangebote näher an den Lebensalltag der Menschen zu bringen – ein kleines Experiment mit großer Wirkung im ländlichen Raum.

Die Autorin

Annelie Knust

Referentin Entwicklung Ländlicher Räume

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