Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ist im Umbruch, und damit ihr Umfang, ihre Ausrichtung sowie die Strukturen und Programme der international aktiven Ministerien. Dass dabei die Wirtschaft vermehrt in den Vordergrund rückt ist zukunftsweisend und richtig. Nur wenn die Agrar- und Ernährungswirtschaft auch im globalen Kontext für alle Teilnehmenden gut funktioniert, werden wir den großen Herausforderungen unserer Zeit gerecht werden.
Doch was sind die Interessen eines deutschen Mittelstandes, der mit Afrika handelt, Technik oder Pflanzenschutz exportiert und agrarische Rohstoffe importiert? Was sind die Herausforderungen beim Aufbau nachhaltiger Vertriebsnetzwerke und Kundenbeziehungen? Was sind die Hürden für nachhaltiges Sourcing, insbesondere von den kleinen landwirtschaftlichen Betrieben und Genossenschaften, die in Afrika die Mehrheit der Produzenten darstellen? Welche Rolle spielt dabei die Professionalität der Menschen, Betriebe und Genossenschaften, damit sie Kundinnen und Kunden auf Augenhöhe sowie attraktive Partner, und nachhaltige Lieferanten für den deutschen Mittelstand der Agrar- und Ernährungsbranche sind?
Als AHA wollen wir, nach bald 20 Jahren in der Stärkung afrikanischer Bäuerinnen und Bauern im Bereich Unternehmertum und Führung sowie nach über 10 Jahren in der Professionalisierung von politisch und wirtschaftlich aktiven Verbänden, Genossenschaften und Betrieben, unsere Erfahrung, Netzwerke und Kenntnisse auch den Wirtschaftspartnern in der neu ausgerichteten EZ zur Verfügung stellen.
Ende März unternahmen wir gemeinsam mit Bundesminister Alois Rainer und einer Wirtschaftsdelegation eine Reise nach Südafrika. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hatte eine spannende Kombination von Besuchen und Raum für Austausche organisiert, um die neue Exportstrategie mit Leben zu füllen. Lerneffekte aus der AHA Perspektive waren u. a. die spannenden Ansätze in der Bioökonomie im Bereich landwirtschaftlicher Kreislaufwirtschaft. Hier entstehen vielfältige Ansätze, die insbesondere für junge, kreative Unternehmer:innen Raum für Entwicklung bieten. Interessant für uns war dabei, dass auch in Südafrika Startups im Übergang von Forschung zu Wirtschaft nach Ende der Förderung daran scheitern, dass es an solider Organisationsentwicklung fehlt.