Gemeinsam stärker: Neues Handbuch für und über Bauernorganisationen veröffentlicht

von Marieke Behrens

Wie entstehen starke Bauernorganisationen? Welche Strukturen haben sich bewährt und wie können Organisationen ihre Mitglieder wirksam vertreten? Das neue Handbuch Farmers’ Organisations von AHA und WFO bündelt internationale Erfahrungen, praktische Werkzeuge und Fallbeispiele für alle, die Bauernorganisationen stärken und weiterentwickeln möchten.

Foto: Andreas Hermes Akademie / William Veder

Wie organisiert man Bäuerinnen und Bauern wirksam? Was macht eine Bauernorganisation stark, repräsentativ und nachhaltig? Und warum gelingt es manchen Organisationen, ihre Mitglieder erfolgreich zu vertreten, während andere Schwierigkeiten haben, ihre Rolle auszufüllen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neue Handbuch Farmers’ Organisations: A Handbook, das die Andreas Hermes Akademie (AHA) gemeinsam mit der World Farmers’ Organisation (WFO) veröffentlicht hat. Die Publikation wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen von AHA International in Berlin offiziell vorgestellt.

Foto: Andreas Hermes Akademie / William Veder

Wissen bündeln, Erfahrungen teilen

Die Idee für das Buch entstand vor mehreren Jahren aus einer einfachen Beobachtung: Obwohl Bauernorganisationen (BO) weltweit eine zentrale Rolle für Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung spielen, gab es bislang kein praxisorientiertes Werk, das ihr Wesen, ihre Funktionen und Erfolgsfaktoren systematisch zusammenführt.

Aus dieser Beobachtung entwickelte sich ein gemeinsames Projekt von AHA und WFO. Über mehrere Jahre hinweg flossen Erfahrungen, Fallbeispiele und Perspektiven aus allen Teilen der Welt in die Publikation ein – dank der zahlreichen Erfahrungen von BO auf der ganzen Welt.

Von Genossenschaften bis Interessenvertretung

Das Handbuch beleuchtet die Vielfalt von Bauernorganisationen – von lokalen Genossenschaften und Produzentengruppen bis hin zu nationalen Bauernverbänden und internationalen Netzwerken. Themen wie Führung und Governance, Interessenvertretung, wirtschaftliche Dienstleistungen, Finanzierung, Organisationsentwicklung und Mitgliederorientierung werden praxisnah behandelt. Dabei greift die Publikation auf Erfahrungen aus Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika zurück.

Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass starke Bauernorganisationen eine entscheidende Voraussetzung dafür sind, dass Landwirtinnen und Landwirte ihre Interessen wirksam vertreten, voneinander lernen und aktiv an der Gestaltung von Agrar- und Ernährungssystemen mitwirken können.

Foto: Andreas Hermes Akademie / William Veder

Ein Buch für Praktikerinnen und Praktiker

Anders als viele wissenschaftliche Veröffentlichungen richtet sich das Handbuch bewusst an Menschen, die in und mit Bauernorganisationen arbeiten: an ehrenamtliche Führungskräfte, Mitarbeitende, Beraterinnen und Berater, politische Entscheidungsträger sowie Entwicklungsorganisationen. Es versteht sich als Nachschlagewerk, Inspirationsquelle und praktische Orientierungshilfe zugleich. Ziel ist es, Lernen über Organisationsgrenzen hinweg zu ermöglichen und Erfahrungen zugänglich zu machen, die andernorts bereits gesammelt wurden. Das Buch möchte keine universellen Lösungen vorgeben, sondern Anregungen bieten, die auf die jeweiligen lokalen Gegebenheiten angepasst werden können.

Das Handbuch wurde von Dr. Theo de Jager und Philipp Conze-Roos verfasst und von der Andreas Hermes Akademie und der World Farmers’ Organisation mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) veröffentlicht.

Jetzt kostenlos verfügbar

Die Autorin

Marieke Behrens

Programm Manager international

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