Brazilian frontier mentality meets German precision
Dass es nicht darum geht, das eine Modell gegen das andere auszuspielen, wurde auch bei einem Gespräch mit der GIZ in Bonn deutlich. Ein Gedanke aus dem Austausch blieb dabei besonders hängen: Was wäre, wenn man die unterschiedlichen Stärken beider Seiten zusammenbringt? Auf der einen Seite die brasilianische „frontier mentality“ mit Mut, Pragmatismus und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Auf der anderen Seite deutsche Genauigkeit, Planung und Struktur. Nicht entweder oder, sondern die Frage, was entstehen kann, wenn unterschiedliche Denkweisen aufeinandertreffen und voneinander lernen.
Der deutsche Teilnehmer Leon griff diesen Gedanken bei seiner Abschlussrede in Berlin noch einmal auf. Für ihn war er zu einer der Botschaften geworden, die er aus den gemeinsamen Tagen mitnahm: Wir müssen nicht gleich denken, um gemeinsam etwas Neues zu schaffen. Und Alexandre? Das Handbuch kannte er tatsächlich schon vor seiner Reise nach Deutschland. Einige Monate zuvor war er im Rahmen seines Stipendienprogramms nach Simbabwe gereist. Dort lernte er einen Kollegen kennen, der ihn über Theo de Jager, einen der Co-Autoren, auf das Handbuch aufmerksam machte. So stieß Alexandre auf das Buch und somit auch auf die AHA. Nur wenige Monate später war er selbst Teil des Austauschs. Eine kleine Geschichte, die verdeutlicht, worum es bei diesem Austausch eigentlich ging, um Begegnungen, aus denen neue Verbindungen entstehen. Wohin diese einen dann einmal führen, bleibt allerdings, um es mit Saint-Exupérys Worten zu sagen, oft für die Augen unsichtbar.
Wo die Reise als Nächstes hinführt, steht aber schon mal fest. Im Frühjahr 2027 sehen sich die Teilnehmenden beim Gegenbesuch in Brasilien wieder.